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Gesangsunterricht im Gesangsstudio

Ihre Stimme ist einzigartig und soll es bleiben!

Jedoch verhindern Ihre  falschen Gewohnheiten, dass das klangliche Ergebnis befriedigend ausfällt. Professioneller Gesangsunterricht verändert die Gewohnheiten. Die Stimme wird in jeder Lage ausdrucksstark, kräftig und ausdauernd. In unserem Gesangsstudio helfen Ihnen Experten Ihre eigene Stimme voll zu entfalten.

Im Gesangsstudio sind alle willkommen. Anfänger erlernen mit viel Freude das Singen . Fortgeschrittene und Profis können ihre Stimme überprüfen lassen oder regelmäßig zur Stimmkontrolle zu kommen. Natürlich helfen wir auch das Repertoire zu erweitern.

Die Stückauswahl zum Erlernen des Singens geschieht immer in Absprache mit Ihnen. Stückwünsche sind willkommen, der Lehrer prüft sie aber auf die Machbarkeit.

Spezialisiert haben sich die Lehrer des Gesangsstudios auf die Bereiche: Klassischer Gesang in Oper/ Operette/ Oratorium/ Belcanto/ Kunstlied, Musicalgesang, Rock- und Popgesang.

Die Stimme ist Ihr ureigenes Instrument. Mit ihr drücken Sie Ihrere Stimmungen und Gefühle aus, zu denen Sie fähig sind. Um eine gesunde, tragfähige und ausgebildete Stimme zu entwickeln, lernen Sie ihren Körper als Instrument wahrzunehmen und von innen heraus zu fühlen.

Im Gesangsunterricht lernen Sie folgende funktionale Stimmübungen, um Ihre Stimme zu beherrschen:

Körperhaltung und Atemtechnik

Sie lernen zu Beginn der Gesangsausbildung  die optimale Atemtechnik und Körperhaltung im Sitzen und Stehen. Im Stand stehen Ihre Füße hüftbreit und parallel zueinander auf dem Boden. Ihre Knie sind locker und beim Beugen der Knie bleiben Ihre Knie über den Füßen. Das Becken ziehen Sie leicht unter Ihren Körper. Dabei richten Sie Ihre Wirbelsäule möglichst gerade vom Kreuzbein am Becken bis zum Atlas am Kopf auf (gerader Rücken ohne Hohlkreuz). Den Brustkorb richten Sie ebenfalls auf, um mit bestmöglicher Bewegungsfreiheit zu atmen. Halten Sie das Gewicht Ihres Körpers immer auf dem Mittelfuß. Die normale Atmung ist in drei Phasen eingeteilt: Ausatmung, Atempause und Einatmung. Bei ruhiger Atmung dauert die Ausatmung in der Regel länger wie die Einatmung. Zwischen Aus- und Einatmung befindet sich die Atempause. Je nach körperlicher Aktivität dauert sie unterschiedlich lang, denn das Gehirn gibt einen Einatemimpuls, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt.

Bei der Sängeratmung kommen noch einige Besonderheiten hinzu. Die verlängerte Ausatmung müssen Sie gezielt üben. Mit immer längeren kleinen Melodiefloskeln trainieren Sie diese am Besten. Gleichzeitig müssen Sie die möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmende reflektorische Einatmung erlernen. Dadurch entfällt meistens die Atempause.

Wesentlich für die Sängeratmung ist die „elastische Spannhalte“, die häufig den Begriff „Stütze“ bekommt. Dieser Begriff ist jedoch im besten Fall irreführend und deshalb ungeeignet, um die körperliche Arbeit beim Singen zu beschreiben. Bei der „elastischen Spannhalte“ halten Sie drei Bereiche des Oberkörpers währen der Ausatmung geweitet. Zuerst weiten Sie den Rippenbogen durch die Zwischenrippenmuskeln. Dies ist der schwierigste Teil der Atemarbeit und deshalb lernen Sie diese Weitung erst als fortgeschrittener Schüler.

Außerdem spannen Sie die schräge Bauchmuskulatur nach außen. Diese befindet sich nicht am Vorderbauch sondern an der Seite. Vielen Chorsängern ist die Atemübung „sch, sch, sch /s, s, s / f, f, f“ bekannt. Nutzen Sie diese Übung, um die reflektorische Bewegung der schrägen Bauchmuskulatur nach außen zu üben. Leider erklären viele Chorleiter zu selten die Ausführung der Übungen. Dadurch tritt nicht das gewünschte Ergebnis ein, sondern der Chorsänger zieht während der Übung den Bauch ein.

Zuletzt weiten Sie den oberen Brustkorb minimal. Viele Laien nutzen meist  nur die Brustatmung zum normalen Atmen. Deshalb lernen Sie im Gesangsunterricht die obere Weitung erst, wenn Sie die beiden erstgenannten Weitungen gut beherrschen.

Bei der elastischen Spannhalte werden die Räume beim Ausatmen kleiner. Wie sonst soll die Luft aus dem Körper entweichen? Aber die Muskeln arbeiten gegen das enger werden an.

Die im Gesangsunterricht zu erlernende Sängeratmung hat also folgende Atemphasen:

1. Einatmung mit Weitstellung des Körpers

2. Atempause mit elastischer Spannhalte (beim professionellen Sänger fällt sie sehr kurz aus und verschmilzt mit der Einatmung)

3. Ausatmung mit elastischer Spannhalte

Artikulation und Lockerheit

Die Lockerheit von Zunge, Lippen und Kiefer sind für die Artikulation sehr wichtig.

Wollen Sie eine deutliche Aussprache während des Gesangs erreichen, ist es unbedingt notwendig die Sprechwerkzeuge während des Gesangsunterrichts genau zu schulen.

 

Ist Ihre Kiefermuskulatur verspannt, lockern sie diese am einfachsten mit „Klapper- " oder "Kauübungen“. Ihre normale Kieferöffnung beim Singen ist genauso weit wie beim Staunen. Entsprechend passen wir im Gesangsunterricht ihre Zungenbewegungen und Anschlagpunkte bei den verschiedenen Lauten an die größere Kieferöffnung an.

 

Die Muskeln des Lippenrings benutzen Sie etwas anders als bei der normalen Sprache. Dies liegt  daran, dass Sie beim richtigen Singen einen einheitlich klingenden Tonstrom erzeugen, der die hohen Frequenzen gleichmäßig zulässt.  Decken Sie deshalb nicht Ihre oberen Schneidezähne mit den Lippen ab (lächeln). Beim Singen lernen trainieren Sie sich einige zu stark ausgeprägte Lippenbewegungen ab und erlernen effektive und klare Bewegungen der Lippen.

Vokalfarbe und Lautstärke

Die Vokalfarbe und Lautstärke Ihrer Stimme erzeugen Sie im Mund- und Rachenraum. Damit Sie Funktion des Atmungstrakts oberhalb des Kehlkopfes für den Klang Ihrer Stimme besser verstehen, unterscheiden wir zur Vereinfachung zwei Bereiche. Der Klangraum liegt im Rachen und der Vokalraum im Mund. Je größer und weiter der Klangraum direkt hinter den Stimmlippen, desto größer die Lautstärke bei gleicher Klanggebung am Stimmorgan. Ihre Zunge muss dem Klang also Raum geben. Die starken Verspannungen des Zungengrunds lockern wir mit speziellen Übungen. Dadurch ist es Ihnen möglich einen großen Teil Ihrer Zunge möglichst weit vorne im Mund zu belassen. Ein weiterer Vorteil dieser Zungenposition ist auch die Entkopplung der Spannungen von Zunge und Stimmlippen.

Der Kehlkopf ist der Tonerzeuger. Er macht einen ungeheuren Lärm, der fast so laut wie ein Flugzeug beim Starten ist.  Der übrige Bereich des Ansatzrohres wie Rachen, Mund und Nasenraum fungieren als Dämpfer. Die Dämpfer verschönern zwar den ursprünglichen Kehlkopfklang, verringern aber auch die Lautstärke des gesungenen Klangs.

Die Weitung des Ansatzrohres ist aber nicht nur auf die Zungenposition beschränkt. Auch der weiche und harte Gaumen haben großen Einfluss auf Vokalfarbe und Lautstärke. Halten Sie die Muskeln, die sich im Gaumen befinden, gespannt, wird die Klangfarbe in Verbindung mit der richtigen Zungenposition heller und metallischer. Ihr Stimmklang bekommt so den sogenannten "Vordersitz". Da bei dieser Stimmposition häufig Vibrationen im Nasenbereich auftreten, sprechen einige Gesangslehrer auch von Nasenresonanz.

 

Je nach Formung der Zunge entstehen so mit lächelnden Lippen die Grundvokale "i, e, ä, a und û". Lassen sie die  Zungenposition unverändert, werden bei vorgeschobenen Mundwinkeln diese Grundvokale zu "ü, ö, o und u". Dabei ist Ihr Kiefer soweit geöffnet wie beim Staunen. Die Zungenpositionen für die Vokale sind durch die größere Kieferöffnung zu Beginn ungewohnt. Die Zunge befindet sich für Ungeübte ungewöhnlich weit im Mund. Ihre obere Lippe darf bei vorgeschobenen Mundwinkeln nicht die oberen Schneidezähne überdecken, um die Vokalähnlichkeit nicht zu beeinträchtigen.

Intonation und Ausdruck

Die Intonation (exakte Tonhöhe) und der Ausdruck sind immer wichtige Ziele vom Gesangsunterricht. Eine gute Intonation in allen Lagen Ihrer Stimme spiegelt auch die gesunde Mischung aller am Singen beteiligten Muskeln wieder. Die Intonation Ihrer Stimme wird durch zwei wesentlche Muskelgruppen in Ihrem Kehlkopf gesteuert.  Der Bruststimmmuskeln, ein Muskelbündel im inneren der Stimmlippen, steuert die Dicke der Stimmlippen. Die sogenante Bruststimme 

Die äußeren Kehlkopfmuskeln steuern das nach Vorne kippen Ihres Kehlkopfs und die damit verbundene Spannung der Stimmlippen. Klanglich ist diese Funktion die des Falsetts. Falsett steht klanglich von italienisch "falso" für falsche Stimme. Dieser Stimmklang ist flach und sehr hauchig. Tritt dieser Stimmklang ein, fällt eine weitere am Stimmklang beteiligte Muskelgruppe aus. Diese Muskeln schließen die Stimmritze. Haben Sie beide Muskelgruppen gut geübt und funktionieren beide gleichzeitig, so singen Sie im "gestützten Falsett". Diese Funktion ist als Kopfstimme oder in tieferer Lage mit geringer Beimischung der Bruststimmmuskulatur als Mittelstimme bekannt.. 

Sie lernen diese wichtigste Einstellung der Stimmmuskulatur am Leichtesten mit einer hellen Klanggebung. Dabei schwingen die Stimmlippen nicht im Ganzen und  die beiden Muskelfunktionen lassen sich so gut miteinander verbinden. 

In Ihrer hohen Lage der Stimme ist auch das Weithalten der Räume mit Gaumensegelspannung und dem Tiefgriff des Kehlkopfes für die Intonation wichtig. Ihre Kehlkopfmuskeln verspannen und ihre Stimme strengt sich an. 

Auch die Lautstärke spielt eine große Rolle, da beim "forte" dem lauten Singen die gesamten Stimmlippen schwingen. Vielen ist der Begriff  Stimmbänder statt Stimmlippen geläufiger. Jedoch sind die Stimmbänder nur ein kleiner Teil der Stimmlippen. Ihr Gesangsunterricht beginnt in der Regel mit dem Singen mit leiser bis mittlerer Lautstärke in allen Lagen der Stimme, um die Muskelfunktionen aufeinander abzustimmen.

Technisch gutes Singen ist der Weg zum Ausdruck. Nur wer bewusst um die Möglichkeiten seiner Stimme weiß und sie auch einsetzen kann, hat die Möglichkeit jeden Ton bewusst für den erforderlichen Klang zu gestalten. Dabei geht es wie beim Schauspiel auch darum, Gefühle beim Zuhörer zu wecken und nicht in eigenen Gefühlen zu schwelgen.

Diese Bewusstheit gilt es für den fortgeschrittenen Schüler immer wieder auszuprobieren und aus gemachten Fehlern zu lernen. Zu Beginn des Gesangsunterrichts geht es ausschließlich um das technisch richtige Singen. Als fortgeschrittener Schüler haben Sie die Aufgabe verschiedene Klangfarben und Schattierungen für einzelne Gesangsphrasen auszuprobieren. Eigene Erinnerungen an Gefühle wie Zorn, Gleichmut, Angst, Freude, Langeweile, Verliebtheit, Ausgelassenheit, Resignation und Andere helfen Ihnen, die nötige Klangfarbe während eines Stückes zu finden.

Eine intensive Textarbeit macht die Absichten und Gefühle den sog. Subtext hinter dem vordergründig gesungenen Text deutlich. Die „W“ Fragen wie: Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Helfen Ihnen dabei den Text diesbezüglich zu analysieren.

Stilrichtungen des Gesangsunterrichts

Im Gesangsunterricht lassen sich drei grundsätzlich verschiedene Stilrichtungen unterscheiden.

 

Im klassischen Gesangsunterricht lernen sie die gesangliche Fertigkeit des „Belcanto“ (Schöngesang). Er ist oberstes Ziel des klassischen Gesangsunterrichts. Haben Sie diesen erlernt, sind die körperlichen Abläufe perfekt aufeinander abgestimmt. Ihre Stimme ist beweglich, ausbalanciert und verfügt über einen großen Stimmumfang. Sie besitzt ein großes Leistungs- und Ausdrucksvermögen.

Der Musicalgesang ist eine modifizierte Form der klassischen Ausbildung, bei derSie auch das sogenannte Belting erlernen. Hierbei färben Sie Ihren normalen Stimmklang durch leichte Veränderungen der Klangfarbe "bruststimmiger". In vielen Methoden erreichen Sie dies mit erhöhtem Druck der Atemluft auf den Kehlkopf. Dies ist aber für Ihren gesamten Stimmapparat gefährlich, da schnell irreparable Schäden an den Stimmlippen entstehen. Welche Veränderungen für Sie zum  "gesunden" Belting führen, ist von Ihren Grundvoraussetzungen abhängig. Bei Ihrem Stimmtraining werden wir die nötigen Veränderungen sehr vorsichtig ausprobieren. Beim Musicalgesang setzten Sie das Vibrato weniger ein als beim klassischen Gesang.

Jazz-, Pop- und Rockgesang basieren auch auf einer funktionalen Stimmausbildung, jedoch ist das Klangideal ein ganz anderes als beim klassischen Gesang. Sprechgesang spielt eine große Rolle und der Umgang mit dem Mikrofon bietet neue Ausdrucksmöglichkeiten. Ihr Ton braucht nicht unbedingt tragfähig, legato und klangschön sein.

Das ideale Einstiegsalter für den Gesangsunterricht im Einzelunterricht liegt  bei ungefähr dreizehn Jahren bei Mädchen und fünfzehn Jahren bei Jungen und ist Abhängig von der Mutation (Stimmbruch). In Absprache mit dem Lehrer können Sie den Unterricht  auch früher beginnen. Jüngere Kinder sind sehr gut im Chor oder im Kleingruppenunterricht aufgehoben.

 

Lehrer: Christoph Tersek